NACHTMUSIK (TEIL 3): TANZ IN DER FERNE

TBA TBA TBA

Grundschüler*innen aus Duisburg-Marxloh diskutieren ihre Nachtmusik (Foto: Ursula Kaufmann/Stiftung Klavier-Festival Ruhr)

Übersicht

Zeitbedarf

1 bis 2 Schulstunden

Inhalt und Ziele

  • Rhythmusgefühl entwickeln
  • Entwicklung einer komplexeren musikalischen Struktur

Material und Vorbereitung

  • Instrumente aus Nachtmusik (Teil 1) und Nachtmusik (Teil 2)
  • einige kleine, ungestimmte Schlaginstrumente, die vor der Stunde vorbereitet werden sollten, um griffbereit zur Verfügung zu stehen

Ablauf

Neben der „Melodie der Nacht‟ (vgl. Nachtmusik Teil 2) gibt es in Bartóks Klavierstück „Klänge der Nacht‟ noch ein weiteres charakteristisches Element: kurze, rhythmisch prägnante Fragmente eines Tanzes, der aus der Ferne herüberklingt.

  1. Teilen Sie die Klasse in kleine Gruppen à 4 bis 5 Kinder. Jede Gruppe hat die Aufgabe, ein kurzes geklatschtes Rhythmusstück zu erfinden. Die Kinder müssen klare Entscheidungen treffen und Regeln festlegen, um ihr Stück jedes Mal exakt gleich wiederholen zu können.
  2. Jede Gruppe führt ihr erfundenes Stück den anderen Gruppen vor.
  3. Bitten Sie die Kinder sich vorzustellen, dass mitten in ihrem bisherigen Nachtmusikstück plötzlich aus der Ferne der Klang von tanzenden Menschen ertönt – vielleicht aus einem am Waldrand gelegenen Dorf.
  4. Anschließende sollten die Kinder überlegen, welche der vorbereiteten Schlaginstrumente sie verwenden möchten, um ihr vorher geklatschtes Stück als Instrumentalstück zu spielen. Möglich ist auch, dass nur ein Teil der Kleingruppe Instrumente spielt, während die anderen Kinder weiterhin klatschen.
  5. Sobald sich jede Gruppe für Instrumente entschieden und mit diesen geprobt hat, spielen die Kinder ihr Stück erneut vor.
  6. Nun geht es darum, Teile dieser „Tanzmusik‟ in die Musik zu integrieren, die die Kinder in Nachtmusik Teil 1 und Nachtmusik Teil 2 erarbeitet haben.

    1. Zunächst können sie ausprobieren, wie sich verschiedene Ausschnitte der Tanzmusik mit der in Teil 1 entwickelten Begleitung (F, Fis, G, Gis und A auf dem Metallophon/mit Chime Bars) kombinieren lassen.
    2. Diskutieren Sie anschließend mit den Kindern, welche Rhythmusgruppe(n) die Tanzmusik spielen soll(en) und wie lange diese gespielt wird. (Um zu einer Entscheidung zu kommen, können Sie ggf. abstimmen.)
    3. Klären Sie in einer allgemeinen Diskussion, an welcher Stelle der Nachtmusik die Tanzmusik, für die die Kinder sich entschieden haben, erklinge sollte.
    4. Zusätzlich gelten folgende Regeln:

      • Die in Teil 1 entwickelte 5-tönige Begleitung muss während des ganzen Stücks durchgängig erklingen.
      • Die Tanzmusik sollte klingen wie aus weiter Ferne.
  7. Nachdem alle Entscheidungen getroffen wurden und die einzelnen Teile geprobt worden sind, sollte man versuchen, das gesamte Stück aufzuführen. Es enthält folgende Elemente:

    • Begleitung
    • „Nacht-Klänge‟ auf unterschiedlichen Instrumentenpaaren
    • gesungene „Melodie der Nacht‟
    • Tanzmusik aus der Ferne

    Wie bei den vorherigen Projektteilen sollten Sie auch diesmal das Ergebnis nach Möglichkeit aufnehmen, mit den Kindern diskutieren und gemeinsam überlegen, ob und wie man das Stück weiterentwickeln könnte.

Höraufgabe

Hören Sie zum Abschluss des Projekts mit den Kindern das komplette Stück „Klänge der Nacht‟ von Béla Bartók an. Je nach Altersstufe und Interesse können Sie mit den Kindern auch die fantasievolle und sehr anschauliche Videoeinführung von András Schiff zu diesem Stück in Teilen oder ganz anschauen. Diese finden Sie ebenfalls in der interaktiven Partitur.

Machen Sie die Kinder darauf aufmerksam, dass Bartóks Tanzmusik im Gegensatz zu ihrer eigenen Tanzmusik nicht rhythmisch-perkussiv ist, sondern eher rhythmisch-melodisch.

Die Struktur des Stücks von Béla Bartók lässt sich folgendermaßen beschreiben:

  • Nacht-Klänge (begleitet von der linken Hand, die immer die gleichen Töne in wechselnder Reihenfolge spielt) [Takt 1-17]
  • „Gesang‟ (eine Melodie, die von beiden Händen parallel in hohem und tiefem Register gespielt wird) [Takt 17–33]
  • Nacht-Klänge [Takt 34–36]
  • Tanzmusik (kurze Fragmente einer lebhaften, schwungvollen, rhythmischen Melodie) [Takt 37–58]
  • „Gesang‟ [ab Takt 58], zu dem die Tanzmusik hinzugefügt wird [ab Takt 61]
  • Nacht-Klänge [ab Takt 67]
  • letzte Fragmente der Tanzmusik [Takt 70 und 71]

Die Begleitung ist (zumindest unterschwellig) ununterbrochen zu hören.

Die anderen Teile des Projekts