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Kurzfilm zum ProjektSpielen und Komponieren – Ein Projekt für junge Pianisten

 

Klavier-Workshops

Im zweiten Modul des Notations-Projekts beschäftigten sich fünf Studentinnen des Pre-Colleges der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Boulez‘ Klaviersammlung. Unter der Leitung von Tamara Stefanovich studierten die 12- bis 15-Jährigen das Werk in mehrmonatiger Workshop-Arbeit ein. Warum sich die Douze Notations für ein Projekt mit jungen Musikern in besonderer Weise eignen, erklärt die renommierte Interpretin zeitgenössischer Musik folgendermaßen:

 

„Ein Werk, das so viele innovative und phantasievolle Spiel- und Kompositionsregeln erkundet und das Klavier als Instrument regelrecht zelebriert, sollte jeden Pianisten reizen. Boulez‘v Klaviersammlung ist wie eine Schatztruhe, die dem jungen Spieler in zwölf Fächern eine unbekannte Welt voller unterschiedlicher Charaktere, Rhythmen und Klangfarben eröffnet. Und wie immer, wenn es neue Regeln gibt, dauert es eine Weile, bis man diese verstanden und in sein Spiel integriert hat. Trotzdem sind Boulez‘ komprimierte Stücke weniger kompliziert als eine vierstimmige Fuge, kürzer als eine Sonate und technisch weniger anspruchsvoll als eine Konzertetüde. Es ist insofern kaum verständlich, warum ein so reizvolles und ideenreiches Werk im Klavierunterricht nur selten verwendet wird.“

 

In der Workshop-Arbeit erschlossen sich die jungen Pianistinnen neben den Douze Notations auch eine Komposition der musikalischen Gegenwart. Gemeinsam mit Tamara Stefanovich haben sie York Höllers vierhändigen Klavierzyklus Doppelspiel einstudiert, der aus dem Kulturhauptstadtprojekt Piano Book des Klavier-Festivals Ruhr hervorgegangen ist.

 

 

Klangexperimente am Klavier (Foto: Michael Ciniselli)Kompositions-Workshops

Im Rahmen seiner Aktivitäten zur Vermittlung zeitgenössischer Musik möchte das Klavier-Festival Ruhr junge Pianisten nicht nur an Klavierwerke des 20. und 21. Jahrhunderts heranführen, sondern zugleich zu einer schöpferischen Auseinandersetzung mit Musik ermutigen. So haben sich die jungen Pianistinnen parallel zum Einstudierungsprozess auch auf kreative Weise mit Boulez‘ Klaviersammlung beschäftigt. Unter der Leitung des zypriotischen Komponisten Vassos Nicolaou komponierten sie ein eigenes Klavierstück und entwickelten dabei ein praktisches Verständnis für kompositorische Prozesse und Entscheidungen.

 

„Zunächst habe ich den jungen Musikerinnen anhand von Klavierwerken von Bach, Chopin, Ravel, Schönberg, Berg und Boulez gezeigt, dass jeder Komponist für seine Musik ein spezifisches Material verwendet“, berichtet Nicolaou. „Anschließend hat jede Teilnehmerin eine Idee für ein eigenes Klavierstück entwickelt. Als Ausgangspunkt und Materialbasis für die Kompositionen diente dabei jene Zwölftonreihe, auf der die Douze Notations basieren. Jede junge Musikerin hat Boulez‘ Reihe auf sehr originelle Weise verwendet. So sind fünf Stücke von sehr unterschiedlichem Charakter und Stil entstanden.“

 

Für alle Teilnehmerinnen war die Entwicklung eines eigenen Klavierstücks ein spannender Schritt ins Neuland, denn keine von ihnen verfügte über größere kompositorische Vorerfahrungen.

 

 

Uraufführung der vierhändigen Klavierstücke von York Höller durch Tamara Stefanovich und Lorenzo Soulès (Foto: Mark Wohlrab)Abschlusskonzert

Höhepunkt des Projekts war ein moderiertes Abschlusskonzert beim Klavier-Festival Ruhr, das die Teilnehmerinnen gemeinsam mit Tamara Stefanovich am 1. Juni 2012 in Haus Fuhr in Essen-Werden gestalteten. Im ersten Teil des Abends brachten die jungen Pianistinnen Boulez‘ Douze Notations in unterschiedlichen Konstellationen zu Gehör. Außerdem präsentierten sie ihre eigenen Kompositionen und spielten an der Seite von Tamara Stefanovich die Uraufführung von York Höllers neuen vierhändigen Klavierstücken.

 

In der zweiten Konzerthälfte präsentierte Tamara Stefanovich die Klaviersammlungen von Boulez und Höller dann als zusammenhängendes Ganzes. Bei der zyklischen Aufführung von Höllers Doppelspiel wurde sie von Fabian Müller und Lorenzo Soulès unterstützt – zwei Studenten aus der Klasse von Pierre-Laurent Aimard, die auch schon an der Uraufführung des Piano Books im Jahr 2010 beteiligt gewesen waren.

 

Eine Aufnahme von York Höllers Doppelspiel mit Tamara Stefanovich, Fabian Müller und Lorenzo Soulès ist in Volume 29 der

Edition Klavier-Festival Ruhr erschienen.

Einblicke in die Workshoparbeit

Eindrücke der Projektteilnehmer

Vassos Nicolaou über die Projektarbeit

Projektteilnehmer spielen Boulez

Eigene Stücke der Projektteilnehmer

Reaktionen: York Höller über das Notations-Projekt

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