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György Ligeti: Klavierwerke

Ligeti & Aimard

Pierre-Laurent Aimard über seine Zusammenarbeit mit György LigetiPierre-Laurent Aimard über seine Zusammenarbeit mit György LigetiZur Zusammenarbeit Aimard – Ligeti

György Ligeti war dafür bekannt, dass er nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine Interpreten höchste Ansprüche stellte. Zu den Musikern, mit denen er besonders eng zusammenarbeitete, gehört Pierre-Laurent Aimard. Als Gründungsmitglied des Pariser Ensemble Intercontemporain begann der französische Pianist Anfang der 1980er seine Beschäftigung mit Ligetis Musik. Ab Mitte der 1980er Jahre intensivierte sich die Zusammenarbeit zwischen beiden Musikern. So bestritt Aimard 1987 die französische Erstaufführung des ersten Buches der Éudes pour piano und brachte dieses zusammen mit dem Horntrio bei dem französischen Label Erato heraus.

 

 

 

Autographe Reinschrift zu Étude 12: Entrelacs mit Widmung an Pierre-Laurent Aimard, Seite 1  (Paul Sacher Stiftung Basel).  Wie das Manuskript zeigt, war Entrelacs zum Zeitpunkt der Niederschrift noch als 11. Etüde geplant.Autographe Reinschrift zu Étude 12: Entrelacs mit Widmung an Pierre-Laurent Aimard, Seite 1  (Paul Sacher Stiftung Basel).Uraufführungen

In den 1990er Jahren wurde die Arbeitsbeziehung dann noch enger. So vertraute der Komponist Aimard zwischen 1993 und 2001 die Uraufführung fast aller seiner späten Klavieretüden an (Nr. 10, 11, 12, 14, 15, 17 und 18 sowie die nach der Uraufführung zurückgezogene Etüde L'arrache-cœur). Dass Ligeti zwei dieser Etüden Aimard explizit widmete (Nr. 10: Der Zauberlehrling sowie Nr. 12: Entrelacs), zeigt seine Wertschätzung für die Arbeit des 1957 in Lyon geborenen Pianisten. Zugleich erklärte er, Aimards virtuoses Klavierspiel habe ihn zur Komposition einiger seiner komplexesten Klavieretüden inspiriert. Schließlich sorgte er dafür, dass der Pianist bei der Gesamteinspielung seiner Werke im Rahmen der „György Ligeti Edition“ (Sony) und ihrer Fortsetzung bei Teldec unter dem Titel „The Ligeti Project“ eine Schlüsselrolle übernahm.

 

 

 

Pierre-Laurent Aimard über die Ligeti CD-EditionPierre-Laurent Aimard über die Ligeti CD-EditionAufnahmen

Nach mehrjähriger Vorbereitung nahm Aimard unter der künstlerischen Leitung des Komponisten im Dezember 1995 und Mai 1996 die Etüden 1–15 sowie die Klaviersammlung Musica ricercata auf (György Ligeti Edition 3: Works for Piano). Außerdem spielte er im Rahmen der Edition das Horntrio, die Drei Stücke für zwei Klaviere, frühe zwei- und vierhändige Klavierwerke, Lieder für Sopran und Klavier sowie das Klavierkonzert ein (letzteres bei Teldec als „The Ligeti Project 1“). Die Erstaufnahme der letzten drei Etüden Nr. 16–18 legte Aimard dann im Rahmen der 2003 erschienenen CD „African Rhythms“ vor, auf der Werke von Ligeti und dem amerikanischen Komponisten Steve Reich Gesängen der Aka-Pygmäen gegenübergestellt werden.

 

 

 

Pierre-Laurent Aimard über Ligetis InterpretationshinweisePierre-Laurent Aimard über Ligetis InterpretationshinweiseLigetis Interpretationshinweise

Wer tiefer in die Klaviermusik von Ligeti eintaucht, sieht sich mit zahlreichen Fragen konfrontiert. Obwohl die Hauptquelle für die Auseinandersetzung mit den Werken natürlich der gedruckte Notentext ist, hat der Komponist selbst in unterschiedlichen Zusammenhängen auf die Bedeutung des Nicht-Notierten bzw. Nicht-Notierbaren hingewiesen. So erklärte er beispielsweise in einem Interview aus dem Jahr 1984: „Nun ist es so, daß ein Teil dessen, was die Aufführungsweise betrifft – Tonhöhen, rhythmische Konfigurationen, auch Tempo usw. –, genau angegeben werden kann. Und doch gibt es dann etwas, was man nicht genau angeben kann: nicht nur die Dynamik, sondern das, was den Geist der ganzen Sache ausmacht. Und das sind durchaus objektiv feststellbare Merkmale. Es geht um Phrasierung, um das Zusammenhalten einer Form […].“ [1]

 

Vor diesem Hintergrund erklärt sich Ligetis Interesse, mit ausgewählten Musikern intensiv zusammenzuarbeiten und diesen seine Interpretationsvorstellungen zu vermitteln. Die von Pierre-Laurent Aimard aufgezeichneten Interpretationshinweise beruhen dabei auf zahlreichen gemeinsamen Arbeitssitzungen zur Vorbereitung von Konzerten, Uraufführungen und Aufnahmen sowie auf Gesprächen (vgl. dazu das beigefügte Video).

 

 

Anmerkungen

[1] „The Island is full of Noise“. György Ligeti im Gespräch mit Sigrid Wiesmann, in: Österreichische Musikzeitschrift 39 (1984), Nr. 10, S. 510–514, S. 514.

Ligeti & Aimard

von Tobias Bleek

Ligeti & Aimard

Musica ricercata Nr. 1

Musica ricercata Nr. 7

Étude 13:

L’escalier du diable

Ligeti spielen

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